Geschichte wiederholt sich nicht!
Berlin 1930:
Ick jeh stempeln, ick jeh stempeln,
denn ick habe nischt zu pempeln.
Ick bin klamm un ausjemist,
Ick wees nich mehr, wat Arbeet is.
Ick sehne mir ooch nich danach,
der Jeist is willich, det Fleesch is schwach,
Ick kann bloß nachn Nachweis tempeln –
Ick jeh stempeln, ick jeh stempeln, ick jeh
stempeln.
(Carow)
1931:
Arbeitslose vor die Front!
Ja, hätten wir endlich wieder ein Millionenheer
mit Kanonen, Tanks, Maschinengewehren und Granaten,
dann hätten wir keine Arbeitslosen mehr, -
denn Arbeitslose in Uniform nennt man Soldaten.
Auch Wirtschaft und Industrie würden sich wieder heben.
Am rentabelsten sind ja immer die Kriegsgeschäfte.
Das sogenannte freie Spiel der Kräfte
würde sich am nächsten Massenmord ohne Zweifel beleben.
Durch den modernen Gaskrieg würde ganz Deutschland zur Walstatt.
Kurz: wir geben wieder herrlichen Zeiten entgegen.
Der Stahlhelm rüstet munter zum nächsten Stahlbad:
die einen machen das Geschäft. Die andern bezahlen es mit ihrem Bregen.
So löst sich ganz einfach das Arbeitslosenproblem:
Die Arbeitslosen werden Helden und sterben den Heldentod.
Helden sind billig, bescheiden und bequem:
Helden sind tot. Und brauchen daher kein Brot.
(von Vegesack)
1923
Hab ich einen leichten Schwipps,
Geb’ ich dir die besten Tipps:
Her damit, mit den bedreckten
Lappen: kauf dir feine, feine
Prima, prima Anteilscheine, -
Kauf Effekten! Kauf Effekten!
Und vor allem die begehrte
Phönix-Aktie, Schantung-Werte,
Dürkopp, Daimler und die hohe
Gelsenkirchen, Hohenlohe,
Horenstein und Mannesmann,
Siemens-Halske, Scheidemandel, -
Alles gibt es ja im Handel,
Wenn man es bezahlen kann!
Selbst mit Lindes Eismaschinen
Läßt sich einiges verdienen.
Mag die Welt auch noch so wettern:
Die Papiere klettern, klettern,
Klettern hoch ins Riesengroße,
Riesenchancen! Riesenhausse!
Kattowitz und Laurahütte!
Sitz nur still: ich schütte, schütte
Dividenden, Anteilscheine,
Vorzugsaktien, feine, feine,
Junge Aktien, junge, junge, -
Und schon türmen sich im Schwunge
Die Millionen, die Millionen.
Und du kannst im Bristol wohnen,
Und du kannst im Auto sausen,
Und du kannst bei Hiller schmausen, -
Lehnst dich üppig in dein Kissen,
Faltest satt die fetten Hände:
Denn bei jedem deiner Bissen,
Mögen auch Millionen frieren,
Schuften, hungern und krepieren,-
Rollt dir, ohne Zahl und Ende,
Rollt dir zu die Dividende!
Laß den Pöbel, den bedreckten,
Für dich schuften, kauf Effekten!
Mag die Welt auch noch so wettern:
Die Produkte klettern, klettern,
Klettern hoch ins Riesengroße,
Riesenchance, Riesenhausse!
Nur Geduld, Geduld, ich bitte,
Sitz nur still: ich schütte, schütte
Hafer, Wolle, auch von Schafen,
Doppelzentner, frei ab Hafen,
Seradella, - Junge, Junge,
Und schon türmen sich im Schwunge
Die Millionen, die Millionen.
Und du kannst im Bristol wohnen,
Und du kannst im Auto sausen,
Und du kannst bei Hiller schmausen, -
Lehnst dich üppig in dein Kissen,
Faltest satt die fetten Hände,
Denn bei jedem deiner Bissen, -
Mögen auch Millionen frieren,
Schuften, hungern und krepieren, -
Kannst du doch behaglich heizen,
Denn es steigen Korn und Weizen!
Laß das Volk nur, das verruckte,
Für dich schuften: kauf Produkte!
Kauf Devisen! Kauf Devisen!
Und vor allem die begehrte
Dollarnote, Dollarwerte,
Gulden, Pfund und Schwedenkrone,
Selbst die Lira ist nicht ohne,
Schweizer Frank und Yen sodann, -
Kauf dir einen ganzen Haufen,
Alles, alles ist zu kaufen,
Wenn man es bezahlen kann!
Selbst mit ein paar Tschechen-Kronen
Kann sich das Geschäft schon lohnen.
Mag die Welt auch noch so wettern:
Die Devisen klettern, klettern,
Klettern hoch ins Riesengroße,
Riesenchancen, Riesenhausse!
Nur Geduld, Geduld, ich bitte
Sitz nur still: ich schütte, schütte,
Dollarnoten, Guldenscheine,
Schweizer Franken, feine, feine,
Schwedenkronen, - Junge, Junge,
und schon türmen sich im Schwunge
Die Millionen! Die Millionen!
Und du kannst im Bristol wohnen,
Und du kannst im Auto sausen,
Und du kannst bei Hiller schmausen, -
Lehnst dich üppig in dein Kissen,
Faltest satt die fetten Hände,
Denn bei jedem deiner Bissen, -
Mögen auch Millionen frieren,
Schuften, hungern und krepieren, -
Steigen Dollar, steigen Kronen!
Laß den Pöbel nur, den miesen,
Für dich schuften, kauf Devisen!
Rollt dir, ohne Zahl und Ende,
Rollt dir zu die Dividende!
Laß den Pöbel, den bedreckten,
Für dich schuften, kauf Effekten!
(von Vegesack)
raumschots - 27. Okt, 20:54
Mit dem internet, werden alle geistigen Berufe überflüssig.
Nur noch die Handwerker werden überleben.
(Marx)
Warum nur noch die Handwerker?
Na, weil ein Klempner, zum Beispiel, dir dein verstopftes Klo reparieren kann.
Abeeer, es steht doch im internet wie man es wieder frei bekommt, das Klo...
Naja, dann mach mal, mit deinem internet dein Klo frei...
raumschots - 27. Okt, 16:13
Was ist der Unterschied zwischen einem:
1. Hohen Parteifunktionär und
2. einem einfachen Parteimitglied?
Keiner, beide sind Mitglied einer Partei!
raumschots - 27. Okt, 16:10
Ein schöner Artikel, ein schönes Video und ein schöner Kommentar:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article4982040/Journalist-nervt-Merkel-und-wird-zum-YouTube-Star.html?page=18#article_readcomments
"26.10.2009,
18:49 Uhr lolly54 sagt:
Wie würde man beim Schiffeversenken sagen: Treffer, Merkel versenkt. Was lernen wir daraus? Ein Politiker der 100.000 DM unterschlagen hat bringt es mehrfach zum Minister. Von dem Dicken aus Oggersheim, Koch aus Hessen, Kanther, dem Ehebrecher Seehofer etc. wollen wir garnicht erst reden. Im übrigen alles so genannte Christen und "Wertkonservative". Was würde wohl mit einem Hartz Empfänger passieren, der das Gleiche tut? Richtig. Der wird von diesem Staat regelrecht vernichtet. Nach einem Gesetz, dass von einem Mann erarbeitet wurde, der 2 Millionen Euro seines Arbeitgebers für Drogen und Nutten veruntreut hat. Das ist nur ein kleiner Auszug jener "geistigen Elite", die uns regiert. An der Spitze eine Bundeskanzlerin, die 8 Jahre für ihre Doktorarbeit gebraucht hat und in der ehemaligen DDR Jugendbeauftragte des FDJ war. Eine der größten Propagandaorganisationen der DDR."
raumschots - 27. Okt, 10:12
Die Zeit vergeht - er besitzt bereits seit 7 Jahren keinen Fernseher mehr.
Eines Tages war der Ton des Fernsehers weg, verschwunden, hat sich dünne gemacht, sehr dünne, stellte sich tot. Kaputt. Offenbar waren die Lausprecher Schuld. Wollten nicht mehr laut sein, weigerten sich das tägliche Theater, das bunte, auf dem Bildschirm zu lautsprechen.
Er schaute auf das, was sich auf dem Bildschirm abspielte, dem tonlosen und er versuchte zu begreifen. Es gelang ihm nicht.
Erst begann er zu lachen, dann blieb ihm Dasselbe im Halse stecken.
Die Farben begannen sich zum zusammenhanglosen Farbkreis zu verändern. Sie fingen an, sich dünne zu machen, back to the roots. Nunmehr auch noch die Farben zu kommentieren, nachdem ihm noch immer das Lachen des Tones im Halse steckte, half nicht weiter.
Alles was er sah, war nur noch Wirklichkeit?.
Er stand vor der Wahl:
1. Reparieren lassen.
2. Neukauf eines Fernsehers.
3. Recyclinghof und nie wieder Nr. 1 und Nr. 2
Da er nach jahrelangem Fernsehkonsum nur noch bis 3 zählen konnte, nutzte er brutalst seine verbliebenen geistigen Mittel und entschied sich für 3.
raumschots - 27. Okt, 08:53
Raketenwagen auf der Avus
(23. Mai 1928)
Begeistert und beängstigt sahn
Tausende Menschen dem zu:
Es raste über die Avusbahn
Der Raketenwagen. Huh!!
Er donnerte, feuerte, fuhr und ließ
Einen Rauch hinter sich, der auch stank.
Der schneidige Lenker des Wagens hieß
Fritz von Opel. Ihm Dank!
Er fuhr wie ein Teufel und sicher vorbei,
Endete, niemand sah, wo.
Es war eine anständige Teufelei.
Bravo!
(Ringelnatz)
raumschots - 25. Okt, 14:56
Er hat Stärken und Schwächen,
redet man über ihn.
Er solle seine Stärken ausbauen,
sich auf seine Stärken konzentrieren,
rät man ihm.
Er solle Seminare besuchen,
rät man ihm.
Er solle einen Coach nehmen,
rät man ihm.
Wieso?
Weshalb?
Warum?
Für wen?
Für ihn!
Aha...
Er fragt:
Wer bestimmt -
was eine Stärke ist,
wer bestimmt -
was eine Schwäche ist?
Wer bestimmt - ,
dass das Eine wichtiger ist
als das Andere?
Und - für wen kann das Eine wichtiger sein, als das Andere?
Wieso?
Weshalb?
Warum?
Die Antworten:
Tausendmal geblaht, tausendmal geblablablaht...
Er gibt sich selbst Die Antwort:
Ich habe weder Stärken
noch habe ich Schwächen.
Es gibt weder das Eine noch das Andere.
Und - es gibt keine Wichtigkeit.
Ich bin ein Mensch.
raumschots - 25. Okt, 09:02
Es ist draussen länger hell, im Sommer,
mit der Sommerzeit,
sagen sie.
Ja und?
Wofür?
Na, ja, dann kann man länger draussen sein,
länger im Biergarten sitzen.
Mann nimmt ihnen eine Stunde und sie glauben,
dadurch wird der Tag länger...
und was sie auch noch glauben,
das es länger hell ist...draussen.
raumschots - 24. Okt, 23:04
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
Über unsern eigenen Leib, eheliches Gemahl und zeitliches Gut haben wir noch einen Schatz, nämlich Ehre und gutes Gerücht, welchen wir auch nicht entbehren können, denn es gilt nicht, unter den Leuten in öffentlicher Schande, von jedermann verachtet, zu leben.
Darum will Gott des Nächsten Leumund, Glimpf und Gerechtigkeit sowenig als Geld und Gut genommen oder verkürzt haben, auf dass ein jeglicher vor seinem Weibe, Kinde, Gesinde und Nachbarn ehrlich bestehe.
Und zum ersten ist der gröbste Verstand dieses Gebotes, wie die Worte lauten: "du sollst nicht falsch Zeugnis reden", auf öffentliches Gericht gestellt, da man einen armen, unschuldigen Mann verklagt und durch falsche Zeugen unterdrückt, damit er gestraft werde an Leib, Gut oder Ehre.
Ein Greuel für den Herrn sind falsche Lippen. Der Teufel ist der Vater der Lüge. Nein, wir wollen keine Kinder des Teufels sein, vielmehr wollen wir in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit leben.
raumschots - 22. Okt, 09:05
»An allem Unfug, der passiert,
sind nicht etwa nur die
schuld, die ihn tun, sondern
auch die, die ihn nicht
verhindern«, so Erich Kästner
im „Fliegenden Klassenzimmer“.
raumschots - 22. Okt, 08:55
Heute:
Der "Schattenhaushalt" oder die Kriegslust und der Holocaust.
Schatten stellt das Gegenstück zum Archetyp der Persona dar und steht daher für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“ der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird.
Auch in der Mythologie sowie in Werken der Kunst und Literatur wurde der Archetyp des Schattens vielfach verarbeitet. Bekanntes Beispiel ist Mr. Hyde, die negative, verbrecherische Seite des tugendhaften Arztes Dr. Jekyll in Robert Louis Stevensons gleichnamiger Erzählung. In Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray bannt ein Maler den Schatten des Protagonisten Dorian Gray in ein Gemälde, das künftig die Spuren seines wilden Lebenswandels widerspiegeln wird, während er selbst unverändert jung und schön bleibt.
Pathologische Folgen eines Schattenhaushalts:
Nach ihrer Verdrängung in das Unbewusste entfalten die negativen Züge der eigenen Persönlichkeit meist erhebliche Dynamik und Wirksamkeit. Sie bricht sich nach Jung zum einen in entsprechenden (Alb-)Träumen des Betreffenden Bahn.
Wenn die Integration des Schattens unterbleibt kann es auch zu seiner Projektion auf andere Personen oder Gruppen, kommen. Auf diese Weise entstehen unter anderem Vorurteile, aber auch das bekannte „Sündenbock“-Syndrom und Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus oder auch Homophobie.
Auch die Idee des Teufels wird mitunter mit der Projektion des Schattens nach außen erklärt. Die Projektion des Schattens nach außen ist auch Teil des psychiatrischen Krankheitsbildes der Paranoia.
Historisch wurde dieser Prozess mitunter zu politischen Zwecken gezielt herbeigeführt, um etwa die Kriegslust gegenüber anderen Völkern anzustacheln, wie auch zur Vorbereitung des Holocaust.
Ja - und der Haushalt? Das betrifft Männer nicht.
raumschots - 22. Okt, 08:55
Der Vogel, so grün er ist. Warum?
Tarnfarbe sagt sie. Er hat viele Feinde.
Warum hat so ein schöner Vogel,
der so schön singen kann,
so viele Feinde?
Weil Feinde nicht grün sind!
raumschots - 21. Okt, 23:30
Niederschläge fallen heute oft nicht mehr auf den Boden, in Seen oder Flüsse, sondern auf vom Unternehmer versiegelte Fläche: auf Straßen, Parkplätze oder Gebäude. Dieser Niederschlag füllt meist kein Grundwasser mehr auf, sondern wird über die Kanalisation in die Flüsse geleitet und gelangt mit diesen ins Meer. In Deutschland sind schätzungsweise sechs Prozent der Landfläche versiegelt, täglich kommen etwa 120 Hektar dazu - ein bedeutender Anteil des Wassers wird dadurch dem natürlichen Wasserkreislauf entzogen. Dies ist einer der Gründe, warum die >> Bodenversiegelung eine ökologische Herausforderung darstellt.
Die Wirkung der Bodenversiegelung wird noch dadurch verstärkt, dass viele Flüsse seit Beginn der Industrialisierung begradigt und eingedeicht wurden (>> Wassernutzung durch die Industrie), wodurch ebenfalls der Abfluss beschleunigt und die Neubildung von Grundwasser verringert wurde.
raumschots - 20. Okt, 22:18
... oder Der Banker, sein Zins, sein Zinseszins, sein Derivat und Brunhilde.
Bankdirektor A und Bankdirektor B sitzen auf fünf Flaschen Champagner, Kavier, Austern, Viagra und je ein Baquette, mit jeweils zwei Weissrussischen Edelprostituierten, die legèr vor ihnen knien, lt. Ausweis doch schon 16 Jahre alt, in einem Edelpuff.
Der Edelpuff ist mit Krediten der Bank von B finanziert.
Nach einer ausgiebigen Orgie mit den Mädels lümmeln sie auf den Canapées. Satt, befriedigt und selbstzufrieden, wie stets in solchen Situationen, sind sie zu einem Geschäftsgespräch aufgelegt.
Banker A:
ich werde jetzt nur noch Finanzmarktgeschäfte machen, die bringen mir rund 25% Rendite. Kreditgeschäft bringt nichts.
Banker B:
ich bleibe beim Kundengeschäft und verticke weiterhin Kredite.
Lehrerin Witwe Bolte:
Kinder hört gut zu. Wer erzielt den höheren Gewinn, Banker A der offenbar 25% Rendite erwirtschaftet oder
Banker B, der Geld bei der Landeszentralbank für 2% einkauft und an Kreditkunden für 12 % weiterverkauft?
Schülerin Brunhilde, numehr bereits 9 Jahre alt, vorlaut:
Banker B!
Alles lacht!
Brunhilde beginnt ihre Antwort zu begründen:
A ist über kurz oder lang pleite. Finanzmarktkrise.
B kauft Geld mit 2% ein und verkauft es, als Kontokorrentkredit, für 12%, ergibt einen Unterschied in Höhe von 10 Prozentpunkten.
Hahahahaha...alle lachen und schreien, das sind ja nur 10% Rendite...hahahaha
Brunhilde unbeirrt weiter:
Wenn B seine "Ware" für 2 einkauft und dann für 10 wieder verkauft, dann sind das:
10 x 100 : 2 = 500. Also 500 % Rendite!
Also Frau Lehrerin, Bankdirektor B kann sich weiterhin seinen Edelpuff und seine Weissrussischen, minderjährigen Edelprostituierten leisten.
Und Bankdirektor A bekommt eine Abfindung und muss wieder seine Ehe-Frau vögeln....
Niemand lacht mehr. Die Taschenrechner klappern, dann: Totenstille in der Klasse, Witwe Bolte, knallrot im Gesicht, schnäuzt in ihr Taschentuch.
raumschots - 20. Okt, 09:29
Wahrnehmen heisst empfinden...
vergleichen heisst urteilen.
raumschots - 19. Okt, 22:08
... oder: Der Wirt, sein Rohertrag, seine Preiserhöhung und Brunhilde..
Wirt A und Wirt B sitzen auf einen Kaffee zusammen.
Du, sagt A, ich erhöhe jetzt meinen Kaffeepreis von 2 Euro auf
3 Euro. Weil .. blablabla ...
Ich bleibe bei 2 Euro sagt B. Weil ... blablabla ...
Wer erzielt den höheren Gewinn?
Fragt Witwe Bolte, Lehrerin an der Dorfschule für die 3. Klasse der 8jährigen Kinder.
"B" ruft Brunhilde, Schülerin aus der zweiten Reihe, ihr zu.
Richtig sagt Bolte, (grummeln in der Klasse...) und wie kommst du drauf?
Also, (fängt Brunhilde, die 8-jährige an) ich vermute Frau Lehrerin, Sie meinen sicherlich den Rohgewinn, dann setzen wir folgende Prämisse, denn ohne eine Prämisse können wir nicht vergleichen:
Wirt A und B haben genau die gleichen Einstandspreise.
Für den Kaffee, für den Strom, für das Wasser und die Kosten der Kaffeemaschine.
Diese Kosten benötigen sie nämlich um den Rohgewinn errechnen zu können, von dem sie wiederum ihre gesamten Kosten, wie Einrichtung, Pacht, Beleuchtung, Personal usw., wie auch den ihnen dann verbleibenden privaten Gewinn bezahlen können.
Deshalb ja der Name:
RoherGewinn. Das ist der entscheidende Betrag für einen Wirt, weil noch nicht verbraten für irgendwas anderes, Frau Lehrerin.
Unter Annahme dieser Prämisse, nämlich des gleichen Wareneinsatzes, für A und B, in Höhe von 0,20 Euro (angenommen):
realisiert A nunmehr einen Rohgewinn von Euro 2,80 und
realisiert B nunmehr einen Rohgewinn von Euro 1,80.
Lehrerin Bolte und die Klasse laut: "ja dann hat A ja mehr Gewinn...hahahahaha ..."
Brunhilde trägt weiter ihre Ausführungen vor, lächelnd und unbeirrt...
A realisiert zwar, augenscheinlich, für eine logische Sekunde, einen höheren Gewinn, denn er erzielt 1,0 Euro mehr als B, in der Tat ...
Allerdings trinkt der Gast von A, wegen des gestiegenen Preises, nur noch eine (1) Tasse Kaffee.
Der Gast von B leistet sich, weil der Kaffee halt, wie immer, 2,0 Euro kostet, zwei (2) Tassen.
Tja, liebe Frau Lehrerin, nun frage ich Sie, wer hat den höheren Rohgewinn und Warum?
Ehm....
B?
Richtig Frau Lehrerin, flötet die 8-jährige Brunhilde, mit ihren strahlend blauen Augen dem blond gelockten Haar, Grübchen zeigend, während sie lächelt. Die Klasse ganz still. Mucksmäuschen still.
Und warum Frau Lehrerin?
Ehmmmm ....
Es ist hilfreich, wenn mann die 3. Klasse einer Volksschule besucht hat oder man lernt im Leben eine Frau kennen, die Brunhilde heisst...
raumschots - 19. Okt, 08:28
"Liebe". — Der feinste Kunstgriff, welchen das Christentum vor den übrigen Religionen voraushat, ist ein Wort: es redete von Liebe. So wurde es die lyrische Religion (während in seinen beiden anderen Schöpfungen das Semitentum der Welt heroisch-epische Religionen geschenkt hat).
Es ist in dem Worte Liebe etwas so Vieldeutiges, Anregendes, zur Erinnerung, zur Hoffnung Sprechendes, dass auch die niedrigste Intelligenz und das kälteste Herz noch etwas von dem Schimmer dieses Wortes fühlt.
Das klügste Weib und der gemeinste Mann denken dabei an die verhältnismäßig uneigennützigsten Augenblicke ihres gesamten Lebens, selbst wenn Eros nur einen niedrigen Flug bei ihnen genommen hat; und jene Zahllosen, welche Liebe vermissen, von seiten der Eltern, Kinder oder Geliebten, namentlich aber die Menschen der sublimierten Geschlechtlichkeit, haben im Christentum ihren Fund gemacht.
raumschots - 18. Okt, 22:45